9
Min. Lesedauer

PV-Laden vs. öffentliches Laden: Kosten im Vergleich

Mein Fazit vorweg: Laden zu Hause mit PV ist fast immer am günstigsten. Bei 17 kWh/100 km liege ich mit PV-Überschuss grob bei 1,60 € pro 100 km, mit Netzstrom zu Hause bei rund 6,60 €, und beim öffentlichen DC-Laden kann es auf über 10,00 € pro 100 km gehen.

Wenn ich im Raum Darmstadt ein E-Auto fahre, zählt am Ende vor allem dieser Unterschied:

  • PV-Heimladen: niedrigste Fahrkosten
  • Heimladen mit Netzstrom: klar teurer als PV, aber oft noch unter öffentlichem Laden
  • Öffentliches AC-Laden: oft okay für längeres Parken
  • Öffentliches DC-Laden: am teuersten, dafür am schnellsten

Dazu kommt: Ladeverluste von etwa 10 bis 20 % schieben die Kosten nach oben. Und der PV-Anteil macht viel aus. Im Sommer ist oft fast nur Solarstrom drin, im Winter deutlich weniger.

Für mich ist der Kern des Vergleichs einfach: Wer private Stellfläche, Wallbox und PV-Anlage hat, fährt meist am billigsten. Wer keinen festen Ladeplatz hat, ist stärker auf AC- oder DC-Lader angewiesen und zahlt im Jahr oft mehrere hundert Euro mehr.

Schnellvergleich

Ladeart Typischer Preis Kosten pro 100 km* Wofür es passt
PV-Überschuss zu Hause ca. 0,05–0,08 €/kWh ca. 1,60 € Alltag, wenn tagsüber oder mit Speicher geladen wird
PV + Netz zu Hause ca. 0,15–0,25 €/kWh ca. 3,60–5,10 € Standardfall bei vielen Haushalten
Nur Netz zu Hause ca. 0,33 €/kWh ca. 6,60 € Wenn kaum Solarstrom fürs Auto übrig ist
Öffentlich AC ca. 0,23–0,59 €/kWh ca. 4,76–12,24 € Arbeit, Hotel, Stadtbesuch
Öffentlich DC ca. 0,59–0,96 €/kWh ca. 10,20 € und mehr Langstrecke, kurzer Ladestopp

*Basis: 17 kWh/100 km, teils inkl. Ladeverluste je nach Szenario.

Ich zeige hier also nicht nur den Preis pro kWh, sondern auch, was das pro 100 km und pro Jahr heißt. Genau das macht den Unterschied im Alltag sichtbar.

E-Auto Ladekosten im Vergleich: PV-Heimladen vs. öffentliches Laden

E-Auto Ladekosten im Vergleich: PV-Heimladen vs. öffentliches Laden

PV-Heimladen: So setzt sich der Strompreis zusammen

PV-Eigenverbrauch, Netzanteil und Mischpreis

Damit lässt sich der Preis fürs Laden zu Hause ziemlich genau berechnen. In der Praxis kommt der Strom fürs E-Auto meist teils von der PV-Anlage und teils aus dem Netz.

Der Mischpreis ist simpel: PV-Anteil × PV-Kosten plus Netzanteil × Netzpreis. Liegen zum Beispiel 70 % Solarstrom bei 0,07 €/kWh und 30 % Netzstrom bei 0,33 €/kWh an, ergibt sich ein Heimladepreis von rund 0,15 €/kWh.

Wie hoch der Solaranteil ausfällt, hängt stark von der Jahreszeit ab. Im Sommer kann er oft nahezu 100 % erreichen. Im Winter fällt er teils auf 20 bis 30 %.

Wie Ladeverluste den effektiven €/kWh-Preis beeinflussen

Aus der Wallbox kommt nicht jede Kilowattstunde 1:1 im Akku an. Ein Teil geht bei der AC/DC-Umwandlung und durch weitere Ladeverluste verloren.

Ein Wirkungsgrad von etwa 0,82 heißt im Klartext: rund 18 % Ladeverluste. Genau das schiebt den Preis nach oben. Der Strom auf dem Papier wirkt erst mal günstig, der Preis pro 100 km liegt am Ende aber über dem bloßen kWh-Preis.

Kosten pro 100 km: PV-Überschuss und Netzstrom im Vergleich

Mit diesen Werten wird der Unterschied gut greifbar. Die folgende Übersicht rechnet mit 17 kWh/100 km.

Ladeszenario (Darmstadt) Effektiver Preis/kWh (inkl. ~18 % Ladeverluste) Kosten pro 100 km (17 kWh/100 km)
100 % PV-Überschuss ~0,094 € ~1,60 €
Gemischt (60 % PV / 40 % Netz) ~0,212 € ~3,60 €
100 % Netzstrom ~0,388 € ~6,60 €

So lässt sich der Heimladepreis sauber einordnen: PV-Überschuss liegt bei den Fahrkosten klar vorn, während reiner Netzstrom schon in eine ganz andere Preisklasse fällt. Als Nächstes geht es dann um die Kosten an öffentlichen AC- und DC-Ladepunkten.

Öffentliches Laden in Darmstadt: AC und DC im Vergleich

AC-Laden: Preise und typische Einsatzfälle

AC-Laden kostet in Darmstadt meist 0,23 bis 0,59 €/kWh. Das passt vor allem dann, wenn das Auto ohnehin länger steht – zum Beispiel bei der Arbeit, im Hotel oder während eines Stadtbesuchs.

Der Haken liegt auf der Hand: Im Vergleich zum Laden zu Hause mit PV-Strom schrumpft der Preisvorteil beim öffentlichen Laden ziemlich stark. Man lädt bequem unterwegs, zahlt dafür aber meist spürbar mehr.

DC-Schnellladen: Schneller, aber teurer

DC-Laden liegt meist bei 0,59 bis 0,96 €/kWh und eignet sich vor allem für kurze Stopps unterwegs. Es ist damit klar teurer als AC-Laden, spart aber Zeit. Genau das ist oft der Punkt.

Von 10 bis 80 % kommt man meist in 25 bis 40 Minuten. Für Langstrecken oder Stopps, bei denen es schnell gehen muss, ist DC daher oft die passendere Wahl.

Verglichen mit PV-Heimladen ist öffentliches Laden in Darmstadt meist deutlich teurer. Das gilt schon bei AC, bei DC noch mehr.

Vergleichstabelle: Tarifpreis und effektiver Preis

Ladeszenario Tarifpreis (€/kWh) Effektiver €/kWh (inkl. Verluste) Kosten pro 100 km* Typischer Einsatz
PV-Überschuss (Heim) ~0,05–0,08 € ~0,06–0,10 € ~1,02–1,70 € Tägliches Heimladen, maximale Ersparnis
Gemischt PV + Netz ~0,15–0,25 € ~0,18–0,30 € ~3,06–5,10 € Heimladen mit Eigenverbrauch und Netzanteil
Öffentlich AC 0,23–0,59 € 0,28–0,72 € ~4,76–12,24 € Parken, Arbeit, Hotel
Öffentlich DC/HPC 0,59–0,96 € 0,65–1,05 € ~11,05–17,85 € Langstrecke, Schnellstopp

Basis: 17 kWh/100 km Verbrauch.

Wie stark sich diese Preise bei niedriger, mittlerer und hoher Fahrleistung auf die Jahreskosten auswirken, zeigt der nächste Abschnitt.

Typische Fahrprofile und jährliche Ladekosten

Niedrige, mittlere und hohe Fahrleistung im Überblick

Nach den kWh- und 100-km-Kosten wird’s jetzt konkret fürs Jahresbudget. Mit mehr gefahrenen Kilometern sinkt meist der PV-Anteil beim Laden: Wenigfahrer decken oft einen großen Teil mit Solarstrom ab, Pendler laden eher gemischt, und Vielfahrer greifen öfter auf Netzstrom zurück.

Jahreskosten konkret durchgerechnet

Aus den vorherigen Werten in €/kWh und €/100 km lassen sich die Jahreskosten direkt ableiten. Die folgenden Zahlen rechnen dieselben Ladearten auf typische Fahrleistungen hoch. Grundlage ist jeweils die Energiemenge, die das Fahrzeug braucht.

Fahrprofil Jahresbedarf PV + Netzstrom (Mischpreis) Heimladen mit Netzstrom Öffentlich AC (~0,48 €/kWh)
Wenig (5.000 km) 850 kWh ~141 € ~280 € ~408 €
Mittel (15.000 km) 2.550 kWh ~425 € ~834 € ~1.224 €
Viel (25.000 km) 4.250 kWh ~708 € ~1.402 € ~2.040 €

Basis: 17 kWh/100 km; gewichteter Mischpreis ca. 70–80 % Solaranteil, 20–30 % Netzstrom (Wintermonate); inkl. ~18 % Ladeverluste.

Bei 15.000 km pro Jahr liegen die Ladekosten mit Solar-Wallbox bei rund 425 €. Lädt man nur mit Netzstrom zu Hause, sind es 834 €. Beim öffentlichen AC-Laden landet man bei 1.224 €.

Das zeigt den Unterschied ziemlich klar: Schon im mittleren Fahrprofil kann das Laden mit PV und Netzstrom-Mix mehrere hundert Euro pro Jahr unter reinem Netzladen liegen. Gegenüber öffentlichem AC-Laden ist der Abstand noch deutlicher.

Vor- und Nachteile: PV-Heimladen vs. öffentliches Laden

Kosten, Flexibilität und Alltagstauglichkeit

Nach dem Preisvergleich geht es im Alltag um mehr als nur den Tarif. Verfügbarkeit, Ladezeit und Bequemlichkeit spielen genauso mit rein. Die Preiszahlen zeigen zwar den Abstand. Im Alltag zählt aber vor allem, wann welcher Ladeweg gut passt.

Beim PV-Heimladen bleiben die Stromkosten über mehr als 25 Jahre mit unter 0,05 bis 0,08 €/kWh sehr stabil. Das ist ein großer Pluspunkt. Öffentliche Ladepunkte schwanken dagegen teils stark, je nach Betreiber und Tarif. Wer daheim mit Solarstrom lädt, kann die künftigen Ladekosten also viel besser einschätzen.

Beim Tempo gibt es klare Unterschiede. DC-Laden passt gut für kurze Stopps auf der Langstrecke. Die Wallbox zu Hause lädt mit bis zu 11 kW. Das reicht locker für die Nacht, aber eben nicht für spontane Abfahrten mit fast leerem Akku. Gleichzeitig sind öffentliche Ladepunkte für viele Menschen gar keine Kür, sondern Pflicht, weil keine private Stellfläche da ist.

Merkmal PV-Heimladen Öffentliches AC-Laden Öffentliches DC-Laden
Kosten pro kWh ~0,05–0,08 € ~0,31–0,48 € ~0,36–0,70 €
Ladegeschwindigkeit Bis 11 kW 11–22 kW 50–350 kW
Planbarkeit der Kosten Sehr hoch (25+ Jahre) Gering Gering
Komfort Hoch Mittel Niedrig
Voraussetzung Private Stellfläche + Dach Öffentlich Öffentlich bzw. halböffentlich

Für wen lohnt sich welches Modell?

Für Hauseigentümer in Darmstadt mit Dach und Stellplatz lohnt sich PV-Laden am meisten. Der Preisvorteil zeigt sich vor allem dann, wenn das Auto oft zu Hause lädt.

Anders sieht es bei Mietern und Menschen ohne Privatstellplatz aus. In Darmstadt betrifft das rund 66 % der Haushalte. Diese Gruppen sind auf öffentliche Ladepunkte angewiesen. Je nach Wohnsituation kommen für sie Mieterstrom-Modelle oder ein Balkonkraftwerk bis 800 W infrage.

Pendler mit Stellplatz zu Hause fahren meist gut mit einer Kombination aus PV-Anlage und Wallbox. Für eine hohe Eigenverbrauchsquote sind Ladeleistungen von 3 bis 6 kW sinnvoll. Das klingt erst mal langsam, passt aber gut zum typischen Ladefenster über mehrere Stunden.

Für Langstreckenfahrer und Flotten bleibt öffentliches DC-Laden wichtig. Bei Unternehmen bietet sich oft ein Mischmodell an: PV deckt den Grundbedarf, DC-Laden übernimmt zeitkritische Fahrten.

Hausbesitzer sollten ihre PV-Anlage für Haushalt und E-Auto eher etwas größer planen, damit mehr vom eigenen Solarstrom direkt genutzt wird.

Was kostet das Laden eines E-Autos in 2026? Du wirst überrascht sein! #elektroauto #kosten #goe

Fazit: Wann PV-Laden günstiger ist als öffentliches Laden

Die Zahlen aus dem Vergleich zeigen ein klares Bild: PV-Heimladen ist in den meisten Fällen die günstigste Lösung. Der Preisvorteil wird umso größer, je mehr Solarstrom direkt selbst genutzt wird und je öfter tagsüber geladen werden kann. Öffentliches DC-Laden bleibt dagegen die teuerste Variante. Sinnvoll ist öffentliches Laden meist nur dann, wenn Heimladen keine Option ist – im Raum Darmstadt also vor allem bei Langstrecken und bei Haushalten ohne privaten Stellplatz.

Der größte Hebel ist der Eigenverbrauch. Je mehr Solarstrom direkt ins Auto fließt, desto niedriger fallen die Ladekosten aus. Ab 15.000 km pro Jahr kann daraus im Vergleich zum öffentlichen Laden eine vierstellige Ersparnis werden.

Auch Ladeverluste von 10 bis 20 % kippen das Ergebnis nicht. Selbst dann bleibt gut abgestimmtes PV-Heimladen im Raum Darmstadt meist günstiger als öffentliches Laden.

Für Haushalte und Unternehmen plant und installiert Zenrise in Darmstadt PV-Anlagen, Speicher, Wallboxen und Energiemanagement aus einer Hand.

FAQs

Ab wann lohnt sich PV-Laden wirklich?

PV-Laden lohnt sich vor allem dann, wenn Sie den Eigenverbrauch steigern. Der Grund ist simpel: Sie ersetzen teuren Netzstrom durch selbst erzeugten Solarstrom. In Darmstadt liegt der Preis für Netzstrom bei rund 0,33 €/kWh. Strom aus der eigenen PV-Anlage kann über die Lebensdauer dagegen bei unter 0,05 €/kWh liegen.

Noch besser wird die Rechnung mit einer smarten Wallbox für PV-Überschussladen. Damit laden Sie Ihr E-Auto gezielt dann, wenn Ihre Solaranlage viel Strom liefert, statt Strom aus dem Netz zu ziehen. Genau das macht den Unterschied: nicht einfach laden, sondern zum passenden Zeitpunkt laden.

Wie stark erhöhen Ladeverluste meine Kosten?

Ladeverluste entstehen, wenn Strom beim Laden umgewandelt wird und dabei Wärme entsteht. Ein Teil der Energie geht also unterwegs verloren.

Das heißt ganz konkret: Aus dem Netz oder der Solaranlage muss mehr Strom kommen, als später im Akku landet.

Je nach Situation können diese Verluste bis zu 20 Prozent betragen. Das treibt Ihre Kosten direkt nach oben, weil Sie auch die Energie bezahlen, die am Ende nicht als Reichweite im Akku ankommt.

Wie viel spare ich pro Jahr gegenüber öffentlichem Laden?

Mit einer eigenen Photovoltaik-Anlage sparen Sie im Raum Darmstadt pro Jahr etwa 900 € bis über 1.500 € im Vergleich zum Laden an öffentlichen Stationen.

Bei 15.000 km pro Jahr liegen die Ladekosten mit PV-Strom und Speicher bei rund 100 € bis 150 €. Laden Sie stattdessen an öffentlichen Ladepunkten, zahlen Sie je nach Ladetyp etwa 1.150 € bis 1.500 €.

Das zeigt den Unterschied ziemlich klar: Wer den eigenen Solarstrom fürs E-Auto nutzt, drückt die laufenden Kosten spürbar.

Verwandte Blogbeiträge